Bio Honig

Bio Honig – die Haltung spielt die Hauptrolle

Bienen lassen sich nicht wie Hühner, Rinder oder Schweine halten. Daher stellt sich im Zusammenhang mit dem, was die Bienen produzieren, natürlich die Frage: Wie Bio ist dieser Honig und was unterscheidet ihn vom herkömmlichen Produkt? Bienen sind zwar die wichtigsten Nutztiere, aber sie lassen sich nicht in streng abgegrenzten Bereichen halten, wie es bei anderen Nutztieren der Fall ist. Bis zu fünf Kilometer können sich Bienen von ihrem Stock entfernen, wenn sie auf der Suche nach Nahrung sind.

Damit kann niemand garantieren, dass sich die fleißigen Insekten nur in Regionen aufhalten, die aus ökologischen Gründen richtig sind.

Was sagt die EU?

Seit dem Jahr 2000 gibt es in der Europäischen Union eine Verordnung, die sich mit dem Thema Bienen und Bio Honig beschäftigt. In dieser Verordnung ist zu lesen, dass die Bienenstöcke, in denen das süße Produkt produziert wird, nur dort stehen dürfen, wo es in einem Umkreis von drei Kilometern nur Anbauflächen gibt, die nach ökologischen Gesichtspunkten, also rein Bio, angelegt wurden. Für die Behörden ist es jedoch unmöglich, nachzumessen, ob auch alle Regeln eingehalten werden. Handelt es sich um eine Imkerei, die sich in der Stadt befindet, dann ist es erst recht nicht möglich, alles zu bewerten.

Demzufolge sind die für Bio Honig vorhandenen Siegel für die Verbraucher auch so verwirrend. Die Haltung der Bienen spielt hier eine deutlich wichtigere Rolle als das Endprodukt.

Große Unterschiede

Wenn ein Imker sein Produkt fertig im Glas verkaufen will, muss er in der heutigen Zeit seinen Kunden etwas bieten. Er muss sich auf die Haltung der kleinen Nutztiere konzentrieren, denn sie garantieren ein ökologisch einwandfreies Produkt. Neben dem direkten Umgang mit den Insekten spielen hier auch die vom Imker benutzen Materialien eine sehr wichtige Rolle.

Soll das Endprodukt ein Zertifikat bekommen, dann sind diese Dinge streng verboten:

  • Der Einsatz von chemischen Mitteln bei der Haltung der Bienen.
  • Die Bienenstöcke dürfen weder aus Styropor noch aus anderen Kunststoffen sein, nur Holz, Stroh oder Lehm sind als Baustoff erlaubt. Die Farbe für den Anstrich von außen wie von innen muss frei von Schadstoffen sein.
  • Das Beschneiden der Flügel bei der Bienenkönigin ist verboten.
  • Die sogenannten Mittelwände, damit sind die Wachsplatten gemeint, die in die Bienenstöcke gelegt werden und auf denen die Waben entstehen, dürfen keinerlei Rückstände von Medikamenten enthalten.

Wie bei den Bienen, die nach ökologischen Aspekten gehalten werden und denen in einer konventionellen Bienenhaltung, gibt es auch bei den anfallenden Kosten Unterschiede. Dies betrifft vor allem die Fütterung der Bienen während der Wintermonate. Soll es biologisch einwandfreier Honig sein, dann müssen die Insekten nach Möglichkeit naturnah gehalten werden. Dies bedeutet, dass der Imker den Bienen einen Teil von dem, was sie im Sommer gesammelt haben, im Winter als Nahrung zur Verfügung stellen muss. Falls dann noch zugefüttert werden muss, sollte es Bio Zucker sein. Daraus wird dann eine Lösung hergestellt, die zusammen mit Wasser als Fütterung dient.

Wie entsteht eigentlich Bienenhonig?

Den ganzen Sommer über sind die Bienen fleißig bei der Arbeit und suchen süßen Saft. Den finden sie auf blühenden Pflanzen, aber auch in Wäldern und Rapsfeldern. Mit ihrem kleinen Rüssel nehmen sie den Saft in den Magen auf, reichern ihn mit körpereigenen Stoffen an, um ihn schließlich in den Waben des Bienenstocks abzulegen. In den Waben reift das Ganze dann in aller Ruhe, es fermentiert und verliert schließlich Wasser. Sinkt der Wassergehalt unter 20 Prozent, dann bekommt die Wabe einen Deckel und sie dient dem Bienenvolk als Nahrung für den Winter. Allerdings sind da noch die Menschen und in der freien Natur auch die Bären, die an dem flüssigen Gold aus dem Bienenstock sehr interessiert sind.

Hat die Wabe einen Deckel, dann ist dies ein Zeichen für den Imker, dass es Zeit wird, das flüssige Gold aus der Wabe zu schleudern. Dabei muss er aber darauf achten, dass die Temperatur im Bienenstock nicht überschritten wird, denn sonst schmilzt die Wabe. Beim Abfüllen, der weiteren Verarbeitung und auch, wenn das Glas zu Hause auf dem Tisch steht, ist es wichtig, auf die richtige Temperatur zu achten.

Die verschiedenen Sorten

Ob konventionell hergestellt oder Bio Honig – es gibt verschiedene Sorten, je nachdem, wo die emsigen Insekten gerade unterwegs sind. Genau das macht die Vielfalt des Honigs aus, denn er schmeckt immer wieder anders, aber immer wieder gut. Dazu kommt, dass alle Honigsorten gesund sind.

Welche Sorten schmecken besonders gut und sind beliebt?

Der Waldhonig

Geht es um Waldhonig, dann sammeln die Bienen keinen Nektar aus den Blüten, sondern den sogenannten Honigtau aus den Wäldern. Honigtau ist ein Produkt, das beim Stoffwechsel von bestimmten Blattläusen entsteht und Zucker enthält. Als winzig kleiner Tropfen sitzt der Tau auf den Nadeln oder den Blättern der Bäume. Der Waldhonig hat ein herb-süßliches Aroma, ist rotbraun und perfekt, um den Tee zu süßen.

Der Akazienhonig

Wer eine eher milde Honigsorte bevorzugt, sollte zu Bio Honig aus Akazienblüten greifen. Wenn der Baum blüht, ist für die Bienen die Zeit gekommen, den Nektar aus den wunderbar duftenden Blüten zu sammeln. Akazienhonig ist hellgelb und hat eine flüssige Konsistenz. Der milde Geschmack macht ihn ideal für Nachspeisen oder Kuchen.

Der Wiesenblütenhonig

Eine Sommerwiese voll mit bunten und duftenden Blumen ist nicht nur ein schöner Anblick, sondern zugleich ein guter Ort für Bienen, um jede Menge Nektar für Bio Honig zu sammeln. Der Wiesenblütenhonig ist hellgelb und sein Aroma ist blumig. Für Tee und Pfannkuchen ist der Wiesenblütenhonig optimal geeignet.

Der Manukahonig

Der Nektar für diese besondere Honigsorte stammt vom Manukastrauch, der in Neuseeland wächst. Der Bio Honig hat ein sehr würziges, intensives, fast schon herbes Aroma und ist im Mund herrlich cremig und zart schmelzend. Kenner schätzen die bernsteinfarbene Honigsorte, um einen Grünen Tee zu süßen.

Video: Kosovo: Bio-Honig aus den Bergen


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Fazit zum Bio Honig

Allein ist keine Biene überlebensfähig, sie braucht ihr Volk, die Gemeinschaft aus Arbeiterinnen, Drohnen und natürlich die Königin. Die Arbeiterinnen sind in der Überzahl, in einem Sommer können es mehr als 10.000 Tiere sein. Sie suchen den Nektar für den Bio Honig, sie bauen Waben und pflegen die Brut, aber sie verteidigen auch ihren Stock und umsorgen die Königin, ohne die das Bienenvolk nicht überleben kann.

Bild: @ depositphotos.com / jag_cz

Matthias
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